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Deutsche Tischtennis-Mannschaftsmeisterschaften in Viersen

Zur diesjährigen „Jubiläums“- Meisterschaft am 8./9.6.2018 – es waren die 60. Deutschen Mannschaftsmeisterschaften – trat der BSV Wedding-Reinickendorf mit neuen Hemden, aber der gleichen jung-dynamischen Aufstellung an die Tische, mit der im Vorjahr durch den Halbfinaleinzug eine kleine sportliche Sensation erreicht wurde:
Publikumsliebling Dominic Perbey, die Angreifer Michael Dyballa und Philipp Martens sowie die beiden Oldies Harry „Zaubernoppe“ Kaminsky und André Schmandt.

Das Feld bestand aus 12 Teams und sehr viel mehr Vereinen, da u.a. der Gastgeber SC Blau-Weiß Mülhausen eine Spielgemeinschaft mit dem Traditionsverein Marl-Hüls einging und auch Länderteams wie „Team BaWü“ oder „Team Mecklenburg-Vorpommern“ anreisten.

Gespielt wurde in drei Gruppen jeder-gegen-jeden, mit anschließender Endrunde der beiden Gruppenersten sowie der beiden besten Gruppendritten. Die Auslosung bescherte uns in der Gruppe C zwar kein frühzeitiges Treffen mit den Meisterschaftsfavoriten aus Solingen oder Düsseldorf, aber die Freude war nur von kurzer Dauer.

Nach einem unerwartet klaren 6:1-Sieg gegen die BSG Offenburg (diese allerdings nicht in Bestbesetzung), mussten wir gegen die uns bis dato unbekannte Truppe von der VSG Gelsenkirchen antreten. Und die Ruhrpottjungs um ihren stoischen Abwehrkünstler Mika Winnen entpuppten sich als dickes Brett. Nach hartem Kampf leider zu dick für uns, denn bei der 4:6-Niederlage blieb „Pockerface“ Winnen im oberen Paarkreuz gegen Micha und Phil ohne Satzverlust und der Autor dieser Zeilen musste zähneknirschend im hinteren Paarkreuz zweimal gratulieren.

Damit bekam das abschließende Gruppenspiel gegen unsere Dauerrivalen vom TSV Thiede (Braunschweig) einen Endspielcharakter. Die Niedersachsen hatten beide Gruppenspiele klar für sich entschieden und gingen als leichte Favoriten ins Rennen. Wir dürften keinesfalls verlieren, wenn wir in der Endrunde um die vorderen Plätze mitspielen wollten.

Es wurde wie erwartet eng, sogar sehr eng. Nach einer Punkteteilung im Doppel zeigte sich Phil in großer Form und zerlegte den extrovertierten Blockspezialisten Neumann gepflegt und sicher in vier Sätzen. Gegen den Braunschweiger Spitzenmann Johannes Urban war ansonsten im oberen Paarkreuz wie erwartet kein Satzgewinn für uns drin, aber dafür trumpfte unser hinteres Paarkreuz auf: Unser „Angstgegner“ auf Braunschweiger Seite, Gerrit Zucker, zeigte sich gegen das Materialspiel von Harry komplett überfordert und schaffte nur in einem Satz mehr als drei (!) Punkte. Dominic hatte es gegen den baumlangen Zucker mit seinem Spiel ungleich schwerer, doch unter dem Jubel der Mitspieler und Fans konnte er ihn in fünf Sätzen niederringen – damit war das Unentschieden mit 5:5 gesichert und ebenso der Einzug ins Viertelfinale!

Hier war uns bei der Auslosung Fortuna leider nicht mehr hold, denn wir trafen auf den Mitfavoriten Borussia Düsseldorf. Obwohl unser ehemalige Mitspieler Jochen Wollmert nur im Doppel antrat, stellten die Düsseldorfer eine sehr starke Aufstellung in die Box, gegen die wir keine Chance hatten. Beim 1:6 holte Domi aber mit einer starken Partie den Ehrenpunkt gegen Kremer.

Nun ging es zum Ausspielen der Plätze, was für die Setzliste des Folgejahres keine unwesentliche Bedeutung hat. Das erste Spiel gegen die Kollegen vom „Team Mecklenburg-Vorpommern“ stellte uns beim 6:0 dabei vor keine großen Probleme. Damit kam es zum Match um Platz fünf gegen das Überraschungsteam von der SG WBBS (Spielgemeinschaft Wuppertal, Bad Honnef, Büßfeld und Solingen). Hier mussten wir leider auf unseren Micha verzichten, der seine vorzeitige Abreise aber schon im Vorfeld mit uns abgesprochen hatte.

Nach einer erneuten Punkteteilung im Doppel (Domi und Phil schlossen das Turnier im Doppel mit einer starken 4:2-Bilanz ab!), zeigten sich die uns bisher unbekannten Gegner im oberen Paarkreuz erstaunlich spielstark – unseren beiden Youngstern gelang nicht ein einziger Punkt. Zum Glück war die Ü50-Fraktion im hinteren Paarkreuz im rechten Augenblick wach und konnte alle vier Einzel für sich entscheiden. Da im oberen Paarkreuz aber einige Sätze gewonnen wurden, reichte es beim 5:5-Unentschieden für ein 21:19-Satzverhältnis und somit zum fünften Platz!

Den Titel holte sich Borussia Düsseldorf mit 6:3 gegen Rekordmeister RBS Solingen, Dritter wurde Thiede vor Gelsenkirchen.

Fazit: Eine gelungene Veranstaltung, die uns mit dem Endergebnis und unserer tollen Stimmung im Team viel Spaß bescherte. Das Turnier leidet aber zunehmend an dem schrumpfenden Teilnehmerfeld bei gleichzeitig zunehmender Spreizung der Spielstärke. Neben den beiden Topteams besteht ein kleines Mittelfeld aus etwa fünf bis sechs Mannschaften, zu denen auch wir gehören. Hier die aktuelle Reihenfolge auszuspielen, ist der derzeitige sportliche Reiz, weil drüber oder drunter kaum eine Überraschung möglich ist.

Aber vielleicht kommt nächstes Jahr nochmal Bewegung in die Sache, am 28./29. Juni 2019 in Nassau/Lahn – drückt uns die Daumen!

André Schmandt

DAS TEAM

Von links: André Schmandt, Dominic Perbey, Michael Dyballa, Harald Kaminsky und Philipp Martens.